WEIBLICH WERBEN im WEB

Archiv für die Kategorie ‘Bisschen Spass muss sein’

Klar können Männer Windeln wechseln

In Bisschen Spass muss sein, Männerwelt, Neo-Feminismus, TV Spots am 27. März 2012 um 16:13

Mit diesem Spot zog sich ein Windel-Hersteller beim Publikum einen ordentlichen Schiefer ein. Wirkt diese kleine Geschichte doch so, als sei Männern das Sportprogramm in der Glotze wichtiger als ein feuchter und übelriechender Kinderpopo (zu niedlich auch die echt empörten Kommentare von Leuten, die Werbung für die Wirklichkeit halten):

Und Seth Stevenson von Slate fragt gleich ganz aufgeregt, warum Hetero-Männer in der Werbung eigentlich so oft als Deppen dargestellt werden.

Höhlenmenschen II

In Bisschen Spass muss sein, Geht's noch?, Neo-Feminismus, Social Media, TV Spots, Werbefrauen am 6. März 2012 um 11:24

Word of Mouth-Werbung (dazu hier ein interessanter Artikel in brandeins) kann schon mal nach hinten losgehen: Von diesem saublöden “E wie einfach”-Spot zum Beispiel hätte ich nie etwas mitgekriegt, wäre er nicht in facebook rauf und runter genudelt worden. Das Ding wurde in der Tat viral, aber ganz anders, als die Macher sich das vorgestellt haben. Oder h a b e n sie sich das so vorgestellt? Nach dem Motto „Egal, ob wir damit die Marke e.on beschädigen, Hauptsache man spricht über den günstigen Tarif“?

Christian Nürnberger schrieb mir dazu in facebook diesen Kommentar: „Interessant zu wissen wäre: Wieviele Alphamännchen waren mit der Produktion des Spots beschäftigt, wieviele haben das Ergebnis gesehen, für gut befunden und gekauft? Und warum ist nicht einem einzigen aufgefallen, was für ein Schrott das ist? Waren vielleicht keine Frauen dabei? Oder waren Frauen dabei, und sie haben sich nicht getraut, was zu sagen? Oder waren Frauen dabei, und sie haben den Schmarrn auch durchgewinkt? Oder hat es doch einige gegeben, die das Zeug nicht so gut fanden, aber sich nicht durchsetzen konnten?“ Ich glaube, Christian hat keinen blassen Schimmer davon, wie verzweifelt zynisch Frauen werden können, wenn sie lang genug in der Branche arbeiten.

Angst vor der eigenen Courage

In Bisschen Spass muss sein, Männerwelt, Print wirkt am 10. November 2011 um 16:20

Essilor Glasses

Die Pariser Agentur Herezie schaltete diese Anzeige für einen Brillenhersteller – und bat dann copyranter (von dem ich das pic habe), sie doch bitte von seinem Blog zu entfernen. Aus Schiss, von ein paar Hell’s Angels aufgemischt zu werden. Nö, sagte copyranter. (Sind doch echte Pussies, die Frösche.)

Spielverderber

In Bisschen Spass muss sein, Neue Wege, TV Spots, Urheberrecht, Werbung am 1. Juli 2011 um 14:33

Dieses Video hier darf auf YouTube nicht mehr gezeigt werden, las ich bei Bernhard Jodeleit. Soso. Dann wollen wir’s doch gleich mal aufheben, vielleicht für später. Nur um den Spaßbremsen von Lucasflm zu zeigen, wo der User-Hammer hängt.

Nachtrag: Genauere Analysen des “Falls” gibt’s u. a. bei Christian und hier.  Bemerkenswert, wie unlocker das amerikanische Markenimperium zurückschlägt, statt sich zu freuen, wenn das Jedi-Zeugs nun auch bei Leuten ankommt, die sich sonst null dafür interessieren… aus Werbersicht haben ohnehin alle gewonnen: Greenpeace mit einem lahmen Spot, den ohne die doofe Sperre kaum einer geguckt hätte. Und VW, weil sie cool auf die eher unlautere Art reagieren, wie  Greenpeace angefragt hatte.

Clean your Balls

In Bisschen Spass muss sein, Werbung am 21. März 2011 um 09:36

Nee, ne.

Faschingsausgabe

In Bisschen Spass muss sein, Männerwelt am 3. März 2011 um 10:00


Passend zu den närrischen Tagen das Blödeste vom Blödesten… 11k2 hat das hier

Richtet sich an reisefreudige belgische Männer

bei copyranter (siehe Blogroll) gefunden. Sollte doch öfter reinschauen.

Uns Frauen verdreht man ja sooo leicht den Kopf

In Bisschen Spass muss sein, Konsum, Neo-Feminismus, Werbung am 23. Februar 2011 um 20:11

Die Feigheit der Frauen nennt Bascha Mika, ehemalige taz-Chefredakteurin, ihre Streitschrift, des Inhalts: wir würden aus Bequemlichkeit in alte Rollenmuster zurückfallen, aus Duckmäuserei hinter unseren Möglichkeiten zurückbleiben… yadda, yadda. Ich arbeite viel mit Frauen zusammen – und kenne keine einzige feige. Ich kenne nur Frauen, die ihren Job machen und versuchen, nebenbei noch ein wie immer geartetes Privatleben zu haben. Mag sein, dass ich den „Kontakt zur Basis“ verloren habe, weil es in meinem professionellen Umfeld keine Frauen gibt, wie Mika sie beschreibt. „Draußen im Lande“ existieren natürlich jede Menge dumme Frauen (übrigens nicht unbedingt im Niedriglohnsektor!), machen wir uns nichts vor. Auch auf sie zielt Werbung, die ja keine Erziehungs-Veranstaltung ist nach dem Motto: „Ts, ts, du wirst doch jetzt nicht wirklich diese It-Bag kaufen wollen – kümmer dich lieber um deine Karriere, Mädchen!“. Mich ärgert allerdings, wenn Kunden, gleich welchen Geschlechts, für blöd verkauft werden. Eins der (dank seiner Augenfälligkeit) harmloseren Beispiele der letzten Zeit ist das hier (via):

Wer hat mir den Kopf verdreht?

Nachtrag: Einer der frechsten Politiker-Spruchblasen der letzten Zeit stammt von einer Frau: “Die Entscheidung der Universität liegt auf der Linie dessen, was der Verteidingsminister vorgegeben hat. Sie macht also Sinn”, sagte Merkel, nachdem die Uni Bayreuth dem Lügenbaron den Titel aberkannt hatte (zit. nach AZ, 24.2.2011, S. 2). Der hat anscheindend die Macht total den Kopf verdreht… ist es das, was wir wollten?

Dolls & Dudes

In Bisschen Spass muss sein, Männerwelt am 16. Dezember 2010 um 11:04

Werber aller Geschlechter und sexuellen Präferenzen, schaut Euch diesen Deppen an. Er gehört zur neuen amerikanischen Rechten (und selbst dort wohl in die unterste Schublade der Tea Party, hoffentlich). Diese un-glaub-lich plumpe Palin-Wahlwerbung hat Mother Jones aufgetan:

Im Alten Europa ist die Zielgruppe ja Gottseidank etwas hochklassiger. Obwohl… als ich in meiner Jugend Maienblüte beim PLAYBOY anfing, sagte der damalige Chefredakteur, Fredy Baumgärtel: „Denken Sie beim Schreiben immer an den Gefreiten aus der Oberpfalz. Das ist Ihr Leser.“ Mal abgesehen davon, dass er seine Oberpfälzer Mit-Männer in Bausch und Bogen beleidigt hat (was ich als Cynthia Heimel-Fan und Feministin 2.0 natürlich lustig und angemessen fand): Auch bei denen wird sich doch inzwischen einiges getan haben.

Von „unten“ lernen. Nein, ernsthaft.

In Bisschen Spass muss sein, Neue Wege, Social Media am 28. November 2010 um 12:14

Unlängst kommentierte ich auf facebook einen lustigen selbstrückbezüglichen Orthographie-Patzer im Posting einer großen Organisation. Und wie viele große Organisationen reagierte die absolut humorlos: Der Beitrag verschwand (samt meinem – wirklich nicht böse gemeinten – Kommentar) und stand am nächsten Tag korrigiert herum, als wäre nichts gewesen (*pfeif, Nägel polier*). So viel Humorlosigkeit ist einerseits natürlich auch wieder lustig. Und andererseits ein höchst anschauliches Beispiel für den Unterschied zwischen hierarchischer und heterarchischer Kommunikation, wie ihn Prof. Kruse hier erklärt:

Via Gunnarsohn, der sich fragt, ob deutsche Unternehmen momentan überhaupt schon in der Lage sind, soziale Netzwerke anders als hierarchisch zu nutzen. Mein Fazit: Der Weg ist noch weit. Going digital ist nicht das Problem, Leute. Top-down-Reaktionen, und seien sie noch so „harmlos“ (wobei der aufmerksame Beobachter, ganz ohne Wertung, schlicht „offene“ oder eben „nicht offene“ Kommunikation registriert), verweisen dagegen i m m e r auf noch zu Lernendes.

Nachtrag: Bella figura im Umgang mit unvorhergesehenen, nicht steuerbaren Reaktionen auf eine facebook-Aktion macht übrigens – für mich überraschend, so viel zu Vorurteilen – der Otto-Versand: offene Kommunikation u n d humorvolle Utilisierung. Chapeau.

Update 1. Dezember: Und Lernfähigkeit (siehe dort den Eintrag vom 26. Nov.) macht mich auch an.

Feminismus-Check

In Bisschen Spass muss sein, Männerwelt am 12. November 2010 um 10:03

Weil’s mir vor ungläubigem Staunen die Sprache verschlagen hat, verweise ich, was den „Fall Financial Times Deutschland“ angeht, hier einfach auf Ralf Schwartz . Ich fände ohnehin keine besseren Worte, ohne sofort alle Beteiligten an diesem Beratungs-Dramolett mit meinen Tiervergleichen zu beleidigen (einer Freundin versuchte ich es so zu erklären: Da geht ein Bäh-Lämmchen zur Metzgerzeitung, um

copyright: Fruggo

© Fruggo

sich beraten zu lassen, wie man mit der Übergriffigkeit von älteren männlichen Fleischfachverkäufern umgeht… bissl schiefes Bild, zugegeben). Hilfreich mag in diesem Zusammenhang ein Interview mit Gloria Steinem sein, in dem sie darüber sinniert, warum immer noch so viele Frauen sich mit den „Mächtigen“ identifizieren (in unserem Fall einem 50jährigen Medienheini, oh bitte): Weil sie hoffen, durch unterwürfiges Verhalten ein Fitzelchen dieser „Macht“ (in unserem Fall vielleicht mal einen richtigen Job statt nur diese doofen Praktika) abzukriegen. Eigenartig, wie diese Sache mit dem Feminismus immer mal wieder ulkige Blüten treibt – Frau Ministerin Schröder hat sich darüber gerade mit Frau Schwarzer in die Wolle gekriegt. Und da dachten wir, das Thema wäre mausetot.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.