John Cleese gibt Antworten, die wir vielleicht gar nicht hören wollten… zumal es bei uns ja heißen muss: Energiersparbirne. Ist das nicht ein Trauerspiel?
John Cleese gibt Antworten, die wir vielleicht gar nicht hören wollten… zumal es bei uns ja heißen muss: Energiersparbirne. Ist das nicht ein Trauerspiel?
… indem sie Vielfalt – in Form von “verrückten” Ideen (und Leuten) nicht mehr zulassen, sobald sie wachsen: Hier spricht ein Physiker. Kein verrückter.
„Indeed, if you go to General Motors or you go to American Airlines or you go to Goldman Sachs, you don’t see crazy people. Crazy people are fired. Well, to speak of crazy people, is taking the extreme. But maverick people are often fired.
It’s not surprising to learn that when manufacturing companies are on a down turn, they decrease research and development, and in fact in some cases, do actually get rid of it, thinking this is “oh, we can get that back in two years we’ll be back on track.” Well, this kind of thinking kills them.
This is part of the killing, and this is part of the change from superlinear to sublinear, namely companies allow themselves to be dominated by bureaucracy and administration over creativity and innovation, and unfortunately, it’s necessary.
You cannot run a company without administrative. Someone has got to take care of the taxes and the bills and the cleaning the floors and the maintenance of the building and all the rest of that stuff. You need it. And the question is, “can you do it without it dominating the company?”
Das ganze Interview mit Geoffrey West gibt’s hier.
Dieses hübsche Stück kursiert schon eine Weile im Netz, aber weil ich’s gerade auf Alex Bogusky’s schönem Blog FearLess Revolution fand, guckte ich es nochmal an – und fand es wieder motivierend.
Da soll ich also etwas über Eat Pray Love schreiben. Mega-Bestseller. Ruft bei mir reflexartig den inneren Bewertungsteufel auf: Mädchenkram. Wohl nicht Pulitzer-verdächtig. Obwohl, bei den Amis weiß man nie. Und ja, alle meine Freundinnen haben das Buch gelesen, waren in dem Film, yadda, yadda. Dann beginne ich mit der Recherche und stoße auf diesen TED-Talk der Autorin:
Ha, Vorurteile (mehr dazu gibt’s demnächst bei Ich will hier weg, aber wohin?). Elisabeth Gilbert, eine nervöse Blonde ganz in Schwarz, hat eine so kluge und angenehme Art, über Kreativität zu sprechen – über Daimon und Genius, über Erfolg und Tom Waits, dass ich auch für meine eigene Arbeit einiges mittnehmen kann. Unter anderem dies: Wie die bildgebenden Verfahren die Hirnforschung verändern (ein großer Vergleich, ich weiß – lass mich ausreden), so verändern Internet und Social Media die Arbeit von uns Publizisten, Autoren, Textern. Vorgefasste Meinungen sind nicht mehr so leicht zu halten, wenn sie durch „persönliches Anschauung“, und wenn sie nur am Bildschirm passiert, gleich entwaffnet werden… Versuch mal, über diese Bestseller-Autorin abzulästern, nachdem du ihre Wärme, ihren Witz und ihre Weisheit in Aktion gesehen hast. Duh.
Nachtrag: Das Video funktioniert nicht, also versuchen wir’s mit dem Link.
Im Sommer äußerte ich schon einmal eine gewisse Frustration darüber, dass durch die neue Ängstlichkeit, die in unserer Branche herrscht, kaum noch gute Werbung passieren kann – weil Ideen die Hierarchie der Dummen und Vorlauten nicht durchdringen. Oder die Umsetzung von Ideen „zu teuer“ ist. Oder solche Ideen womöglich etwas mit dem wirklichen Leben des Publikums zu tun haben. Der bekannte Filmemacher Ken Loach regt sich nun in seiner Rede zur Eröffnung des Londoner Filmfestivals darüber auf, wieso sich seine Kollegen – auch die guten – Arbeitsbedingungen gefallen lassen, die jede Lebendigkeit töten, jede Idee im Ansatz ersticken… oh, geht’s denen auch so? Er sollte sich mal bei uns umschauen. Hören Sie sich an, was er zu sagen hat, und denken Sie einfach „Werbung“ statt „Filmindustrie“:
Gute Ideen brauchen Zeit, um sich zu entwickeln, sagt Steven Johnson, Verfasser von Die neue Intelligenz. Warum wir durch Computerspiele und TV klüger werden. Und gute Ideen brauchen Räume, in denen sie Sex haben können – denn die wirklich großen Sachen, so Johnson, seien im Team oder innerhalb eines Netzwerks entstanden: Eine Person hatte eine halbe gute Idee, irgendwann hatte eine andere Person die zweite Hälfte dazu – und Bingo! Aktuellster Beleg für diese These ist “Social Network” – Zuck wäre solo wahrscheinlich nicht so schnell so weit gekommen mit seiner Idee. Früher gab es (Frei-)Räume für Kreativität zum Beispiel in Kaffeehäusern, heute in Bürokantinen und im Internet… Johnsons neues Buch Where Good Ideas Come From ist gerade erschienen, und die Werbung dafür im bewährten RSA Animate-Stil ist ziemlich cool:
Alles sehr tröstlich für Werbetexter im stuck state, oder für Neo-Feministinnen, die an der schleppenden Umsetzung der guten Idee, dass Männer und Frauen doch eigentlich sinnvoll zusammen arbeiten könnten, schier verzweifeln möchten… Sehen Sie dazu auch Johnsons TED Talk vom Sommer 2010 zum Thema „Chance Favoures the Connected Mind“.
An diesen Autor erinnert hat mich übrigens ein Post auf feminnovation (schon klar, dass ich auf so einen Namen anspringe).
Das Web hat mein Arbeitsleben verändert. Über die Jahre trägt die soziale Interaktion Früchte, Ideen jagen einander, Kontakte vertiefen sich, Gespräche werden interessanter. Außer, wenn es um … Print geht. Print ist nach wie vor meine Lieblings-Disziplin u n d die Quelle meiner größten Frustrationen. Da steht die Zeit still. Da passiert immer noch das:
Für bessere Lesbarkeit auf das Pic (über lead/marke klicken.) Und Ralf Schwartz zitiert an gleicher Stelle den guten alten Henry Ford: „If I had asked people what they wanted, they would have said faster horses“. Oder, wie Watzlawick es formulieren würde: „Mehr des Selben“ ist ein sicherer Garant für Misserfolg. Aber erzähl das mal den Kunden. Sie haben Angst. Sie trauen sich nicht, vom „Das haben wir aber immer so gemacht“ abzuweichen. Der Umerziehungs-Prozess hat in Print gerade erst begonnen, und in den entsprechenden Abteilungen sitzen anscheinend die Schwererziehbaren. Da gibt es kleine Fortschritte und große Rückschläge: Sie verändern ein Konzept bis zur Unkenntlichkeit und wundern sich dann, dass derlei Halbherzigkeit keinen totalen Image-Shift, kein veritables Abverkaufswunder generiert. Ist doch ein Jammer. Soll man jetzt Mitleid haben und es weiter versuchen? Oder sie aussterben lassen, wie die Dinosaurier?
Naaah, es ist nicht von Waxing die Rede, ts, ts … Kollegin Talinee hat einen Vorschlag, wie auch eher erbauliche Institutionen wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) ihre Anliegen aufmerksamkeitsstark unter die Leute bringen könnten. Schaut mal diesen Spot, witzige Idee: