WEIBLICH WERBEN im WEB

Archiv für die Kategorie ‘Social Media’

Höhlenmenschen II

In Bisschen Spass muss sein, Geht's noch?, Neo-Feminismus, Social Media, TV Spots, Werbefrauen am 6. März 2012 um 11:24

Word of Mouth-Werbung (dazu hier ein interessanter Artikel in brandeins) kann schon mal nach hinten losgehen: Von diesem saublöden “E wie einfach”-Spot zum Beispiel hätte ich nie etwas mitgekriegt, wäre er nicht in facebook rauf und runter genudelt worden. Das Ding wurde in der Tat viral, aber ganz anders, als die Macher sich das vorgestellt haben. Oder h a b e n sie sich das so vorgestellt? Nach dem Motto „Egal, ob wir damit die Marke e.on beschädigen, Hauptsache man spricht über den günstigen Tarif“?

Christian Nürnberger schrieb mir dazu in facebook diesen Kommentar: „Interessant zu wissen wäre: Wieviele Alphamännchen waren mit der Produktion des Spots beschäftigt, wieviele haben das Ergebnis gesehen, für gut befunden und gekauft? Und warum ist nicht einem einzigen aufgefallen, was für ein Schrott das ist? Waren vielleicht keine Frauen dabei? Oder waren Frauen dabei, und sie haben sich nicht getraut, was zu sagen? Oder waren Frauen dabei, und sie haben den Schmarrn auch durchgewinkt? Oder hat es doch einige gegeben, die das Zeug nicht so gut fanden, aber sich nicht durchsetzen konnten?“ Ich glaube, Christian hat keinen blassen Schimmer davon, wie verzweifelt zynisch Frauen werden können, wenn sie lang genug in der Branche arbeiten.

Die Kehrseite des SEO-Hypes

In derneuebuchpreis, Neue Wege, SEO, Social Media, Wettbewerb am 30. Juli 2011 um 12:18
Uprising

The Magical Wildlife of Robert Bissell: Uprising

via

Neulich wieder etwas gelernt, diesmal über Selbstvermarktung im publizistischen Gewerbe. Da nehme ich also mit einem wirklich amüsanten (wenn ich das in aller falschen Bescheidenheit selbst sagen darf) Buch am Wettbewerb derneuebuchpreis teil – übersehe allerdings zunächst, dass nur facebookler überhaupt für mein Werk abstimmen können. Das ist ein bisschen schade, denn ich habe viele Freunde in der strictly-e-mail-Sphäre. Egal, denke ich, ein nützliches Experiment, und beginne brav, die Werbe-Trommel auf facebook zu rühren. Sofort folgt die nächste Irritation: Es gibt Punkte-Abzug, wenn interessiertes Publikum den beworbenen Link teilt / kommentiert. Hm. Teilen und kommentieren – also die eigentlichen viralen Verbreitungs-Mechanismen, heutzutage eben auch für Literatur – sind bei diesem Contest böse… Ich frage beim Initiator des Preises nach. „Hallo Eva“, schreibt mir epubli, „damit der Wettbewerb fair abläuft, müssen wir jede Stimme auf eine reale Person zurückführen können, da sonst Betrug möglich ist und Web-User mehrere Stimmen abgeben könnten. Deshalb zählen wir nur die tatsächlichen Likes pro Buch und nicht die likes von likes oder shares. Das würde das Ergebnis des Wettbewerbs verfälschen.“ Und hier hebt sie ihr hässliches Haupt, die Kehrseite der Search Engine Optimization – diese dämlichen Tricksereien, die auch eine Firma mit Null-Inhalten ganz weit nach vorne in den Google-Listen schmuggeln sollen, gehen inzwischen vielen Leuten so auf die Nerven, dass sie sich mit allen möglichen Mitteln dagegen wehren. Sogar mit untauglichen, um nicht zu sagen kontraproduktiven Mitteln. Das haben wir jetzt von dem SEO-Schwachsinn.

Von „unten“ lernen. Nein, ernsthaft.

In Bisschen Spass muss sein, Neue Wege, Social Media am 28. November 2010 um 12:14

Unlängst kommentierte ich auf facebook einen lustigen selbstrückbezüglichen Orthographie-Patzer im Posting einer großen Organisation. Und wie viele große Organisationen reagierte die absolut humorlos: Der Beitrag verschwand (samt meinem – wirklich nicht böse gemeinten – Kommentar) und stand am nächsten Tag korrigiert herum, als wäre nichts gewesen (*pfeif, Nägel polier*). So viel Humorlosigkeit ist einerseits natürlich auch wieder lustig. Und andererseits ein höchst anschauliches Beispiel für den Unterschied zwischen hierarchischer und heterarchischer Kommunikation, wie ihn Prof. Kruse hier erklärt:

Via Gunnarsohn, der sich fragt, ob deutsche Unternehmen momentan überhaupt schon in der Lage sind, soziale Netzwerke anders als hierarchisch zu nutzen. Mein Fazit: Der Weg ist noch weit. Going digital ist nicht das Problem, Leute. Top-down-Reaktionen, und seien sie noch so „harmlos“ (wobei der aufmerksame Beobachter, ganz ohne Wertung, schlicht „offene“ oder eben „nicht offene“ Kommunikation registriert), verweisen dagegen i m m e r auf noch zu Lernendes.

Nachtrag: Bella figura im Umgang mit unvorhergesehenen, nicht steuerbaren Reaktionen auf eine facebook-Aktion macht übrigens – für mich überraschend, so viel zu Vorurteilen – der Otto-Versand: offene Kommunikation u n d humorvolle Utilisierung. Chapeau.

Update 1. Dezember: Und Lernfähigkeit (siehe dort den Eintrag vom 26. Nov.) macht mich auch an.

Handy mit Strass als Give-away?

In Frauen, Social Media am 24. März 2010 um 13:44

DLD (Digital, Life, Design) gibt’s jetzt auch für Frauen: „Das Themenspektrum wird u.a. auf Frauen als Zielgruppe ausgerichtet sein – wie erreicht man das weibliche Geschlecht mit Brand Marketing, in Social Media oder für E-Commerce usw. Männer sind als Teilnehmen auch willkommen. Ende März soll die Homepage DLDWomen stehen“, berichtet Nina Kirst für kress. Interessant fand ich die ersten Kommentare auf facebook – da ist von „Frauenquote“ und „Auslagerung“ die Rede, und Janine Griffel fragt sich, ob am Ende jede ein Prada-Handy mit Strass-Steinchen kriegt… Nicht jede/r ist also auf Anhieb beeindruckt. Mal sehen, ob die Konferenz-Macher die Chance nutzen, tatsächlich weibliche Themen voran zu bringen.

Nachtrag: Ach so, Bier und Sandwiches mögen Männer und Frauen gleich gern – als zusätzliches Zuckerl für die Damenwelt empfiehlt Margaret Eby in diesem Beitrag auf Salon.com Pferde. Vielleicht bucht man ja “Apasionata” fürs Rahmenprogramm?

Social Networks in Crime

In Social Media am 23. März 2010 um 13:05

In der Mitte der Gesellschaft sind die sozialen Netzwerke spätestens dann angekommen, wenn die Unterhaltung sie aufgreift. Krimi-Freunden ist Jeffery Deaver als Erfinder von Lincoln Rhyme ein Begriff, dem gelähmten Tatortspezialisten und Profiler (einer seiner Fälle, The Bone Collector, wurde mit Denzel Washington und Angelina Jolie verfilmt). In Deavers neuem Buch Roadside Crosses (Simon & Schuster/Pocket Books) spielt ein Blog die Hauptrolle: Durch ablehnende und rufschädigende Posts auf http://thechiltonreport.com wird ein Jugendlicher von Cyberbullies zur Gewalttätigkeit getrieben… so scheint es jedenfalls. Cleverer Trick des Autors: Wer auf den Link klickt, kommt auf eine Werbeseite für das schöne Monterey, wo sich die Handlung des Romans zuträgt. Die Ermittlerin Kathryn Dance macht in allerdings keine so brillante Figur wie ihr Vorgänger Rhyme – um die realen Anschriften hinter den IP-Adressen zu ermitteln, braucht sie männliche Hilfe, und auch die Gefährlichkeit von Gamern überschätzt sie maßlos. Immerhin, in der Welt von Facebook & Co. wirkt dieser Krimi zeitgemäßer als viele andere Werke dieses Genres, in denen immer noch verzweifelt die nächste Telefonzelle gesucht wird, sobald ein Verbrechen geschehen ist.

Mehr ist nicht immer mehr

In Social Media am 16. März 2010 um 15:25

Hier kommt, wie versprochen, mehr zum Nachtrag I des Beitrags vom 9. März: In der neuen GAZETTE (S. 94) las ich mit Interesse Christian Müllers Besprechung von Stephan Ruß-Mohls Buch Kreative Zerstörung. Niedergang und Neuerfindung des Zeitungsjournalismus in den USA (UKV, € 49,90). Klar haben auch hierzulande viele Blattmacher Schiss vor dem Internet, und natürlich tun sich manche Redakteure noch bissl schwer mit den diversen Social Media-Möglichkeiten. So kommt es, dass jetzt praktisch jedes Reichweiten-Magazin, jeder Special Interest-Titel seine eigene Facebook-Seite gestaltet und dafür mächtig um „Fans“ buhlt. Im Prinzip nichts dagegen einzuwenden – nur, Kollegen: Weniger ist manchmal mehr. Man muss nicht im gefühlten Rhythmus von zehn Minuten updaten! Ich erwarte schon die eine oder andere relevante Meldung, aber ich will meine Pinnwand nicht ständig mit sich überschlagenden News zugekleistert kriegen. Werbung ist in Ordnung, solange sie sich nicht wie ein hysterischer Ausbruch oder gleich wie Spam anfühlt. Denn davon wäre ich dann doch lieber kein „Fan“, wenn ich’s mir recht überlege.

Die Frage der Authentizität

In Social Media am 6. März 2010 um 10:36

Vielleicht geht es ja nur solchen – von zu langer Beschäftigung mit Werbung – versifften Hirnen wie meinem so? Ich empfinde die zwischen „Kundendialog“ und „Wie ermittelt man hier mal rasch den RoI“ changierende Diskussion zunehmend als heuchlerisch. Unterschwellig denke ich bei manchen Blog-Beiträgen von Leuten, die ich nicht persönlich kenne: Ist das jetzt bezahlt? Nehmen wir dieses Beispiel von Indiskretion Ehrensache. Direkt gefragt, Herr Knüwer: Sollte bei dem Lob für den twitter-Einsatz eines Drogeriemarktes aus dem Jahr 2009 in Print das kleine Wort „Anzeige“ drüber stehen? Und entwickeln Communities ohne Bezug zur Branche ein ähnliches Misstrauen – und zwar nicht erst seit dem Blogger-Testimonials-Reinfall der Süddeutschen mit ihren Apps? Mein Verdacht: Müssen wir uns eventuell für Werbung im Web 2.0 wirklich neue Wege ausdenken, um authentische Begeisterung zu generieren? Wie soll das konkret aussehen? Mensch, was weiß ich. Ehrlichkeit ist auf jeden Fall ein Anfang. Ich wette, die ersten hundert Markenartikler, die ihre Tweets mit “Und nun zur Werbung” oder ihre Status-Aktualisierungen mit “Produktneuheit – nur für Interessierte” überschreiben, gewinnen mehr als nur einen Blumentopf.

49.000 Freunde…

In Social Media am 24. Februar 2010 um 10:43

…hat der österreichische Kabarettist auf Facebook. Hier klärt er über die Risiken persönlicher Angaben (“Status”) auf – vielleicht ein klein wenig rassistisch zum Schluss (über arkaden).

Dies ist Teil der Antwort auf eine Frage meiner Gewährsfrau für Social Media-Authentizität aus der nächstjüngeren Generation, der klugen Talinee.

Ein paar Zahlen

In Social Media am 16. Februar 2010 um 10:37

Gut, es sind nur Zahlen. Und noch dazu amerikanische. Aber sie könnten einen schon ins Grübeln bringen, nicht wahr? Die Theorie ist simpel: Wenn Demi Moores Mann eine Marke gut findet, bringt das mehr für die Marke als ganz viele noch so hübsche Schaltungen. (Aber dazu muss ich erst Demi Moores Mann gut finden – dann findet die Marke mich.) Das mag für den normalen Massengeschmack gelten – aber was ist mit hochwertigen und/oder speziellen Produkten, von denen Demi Moores Mann keinen Peil hat? Genau hier fängt die Arbeit für uns an.

Zuerst gesehen bei talkabout.

Social Networking

In Let's talk about..., Social Media am 9. Februar 2010 um 21:03

Wieso weiblich werben im Netz? Weil Frauen auch und gerade  Social Media wie Die Lokalisten, Wer kennt Wen, Facebook etc. anders nutzen (wollen). Und Werber der Sache noch ziemlich hilflos gegenüber stehen – die gängigsten Gegenargumente fasst dieser Kongressbericht (über mediaclinique) zusammen. Auf 21stCC möchte ich Werberinnen und Beraterinnen, Unternehmerinnen und Künstlerinnen nach ihren Meinungen und Erfahrungen fragen. Und dann wollen wir doch mal sehen, ob wir hier nicht was bewegen können.

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