WEIBLICH WERBEN im WEB

Archive for April 2010|Monthly archive page

Dabei sein ist alles, oder?

In Social Networking on 27. April 2010 at 17:33

Am Beispiel seines Spezialgebiets – Kulturmanagement – stellt Christian Henner-Fehr fest, dass es egal ist, ob eine Institution, eine Firma, eine Gruppe in den Social Networks vertreten sein w i l l: Sie ist es meistens schon, wenn man genau hinschaut. Das könnte man auf die Frauenfrage übertragen: Natürlich sind Frauen im Netz präsent, wenn auch vielleicht nicht immer auf die Weise, wie sie es gern hätten. Deutlich wurde das auf der re:publica, als die begleitenden Nachrichten- und Kommentar-Streams getrollt wurden – und zwar nicht irgendwann im Verlauf der Konferenz, sondern just, als ein Panel über Frauen-Präsenz im Netz lief. Den Mitschnitt der Diskussion „Das andere Geschlecht“ finden Sie auf dieser Seite im Eintrag vom 15. April – hören Sie mal rein, dann können Sie auch gleich selbst beurteilen, ob dieses Gespräch wirklich so viel niveauloser war als, sagen wir mal, Herrn Jarvis‘ Penis-Diskurs in „The German Paradox“.

Das fand zumindest ein gewisser Johannes Boie in der SZ vom 17./18. April: „(…) und gleich mehrere Podien beschäftigten sich mit feministischer Theorie im digitalen Raum – da sackte das Niveau stark ab“. Heul doch, murmelte ich und warf die Zeitung weg.

Wenn die Schönen biestig werden

In Kreativität, Neue Wege, Social Networking on 19. April 2010 at 12:48

Gute Werbung wird, von Kunst inspiriert, zu Design. Wenn sie Glück hat, zu einem kurzen Kult-Flackern. Radikale Werbung aber i s t Kunst, die für das Subversive wirbt – und für nichts sonst. Das hat uns Malcolm McLaren erklärt, in Hermann Vaskes sehenswerter Doku, und gerade für Frauen bleibt eigentlich nur der radikale Ansatz, nicht wahr:

Jaja, dieses Video haben Sie alle schon gesehen. Schauen Sie es sich noch einmal an und folgen Sie dabei diesem Gedankengang: In einem Werbevideo werden in gängiger Schnellschnitt-Ästhetik Schnipsel einer „weiblichen Wirklichkeit“ gezeigt, die zuvor zum größten Teil von den Werbemedien selbst propagiert worden war. Die intendierte Aussage soll nun wieder in die Identifikation mit einer Marke münden… Das ist nicht radikal nach McLarens Definition, das ist selbstreferentiell – und gibt einem Teil der Zielgruppe das gute Gefühl, klüger, „bewusster“ zu sein als der Rest. Ist es gute Werbung? Ja, aber nur, bis die Zielgruppe den Mechanismus gepeilt hat. Kann nicht lange dauern, wenn ich mir anschaue, wie die nächstjüngere Generation so drauf ist. Die Mädels wollen selbstverständlich weiterhin Duschgels und Cremes, aber in Zukunft vielleicht eher solche, die ihr die Freundin, Schwester, Mutter oder Tante empfehlen und nicht der freundliche Pharmakonzern von nebenan, der mit den buntesten Bildern und dem wissenschaftlichsten Wörtern. So wird die neue – nennen Sie’s die weibliche – Form der Werbung sein: persönlich, authentisch, direkt. Social Networking wird eine Menge damit zu tun haben. Lasst uns also zuversichtlich daran arbeiten, dass der kürzlich verstorbene Papa Punk recht behält mit seiner Voraussage: Die Menschen werden sich in Zukunft genauer überlegen, was sie wirklich kaufen wollen. Viel unnützes Zeug wird den Bach runter gehen, und wir werden noch nicht mal besonders traurig sein.

Die üblichen Verdächtigen

In What's cool on 15. April 2010 at 13:05

Schon eigenartig. Wenn ich in der GAZETTE diese Sache (also, dass es Männer und Frauen gibt, und dass die möglicheweise ein klein wenig unterschiedlich ticken) auch nur am Rande erwähne, bekomme ich schrille Leserbriefe. Wenn die Notizen auf meiner Seite TÄGLICH SEX MINUTEN DEUTSCHLAND verlinkt werden, dann gern mit dem Hinweis, das sei aber bitteschön eine weibliche Sicht auf unsere Heimat. Oder gleich ein „typisches Feministenblog“. Hallo? Dass – ohne jetzt irgend jemand nahe treten zu wollen – alte weiße Männer in unserer Welt das Sagen haben, ist ja weder neu noch besonders aufregend. Spannend finde ich höchstens, dass DLD (siehe Eintrag vom 24. März 2010) oder, ganz aktuell, re:publica („Kirchentag der Internetgemeinde“ nennt der Stern die Veranstaltung) das Frauen-Thema immerhin aufgreifen, wenn auch auf höchst unterschiedliche Weise. Heute sprechen zum Beispiel in Berlin u.a. Anna Berg und Anne Roth. Hier ist das Video:

Ansonsten müssen wir wahrscheinlich einfach abwarten, bis a l l e üblichen Verdächtigen (Jeff Jarvis war schon da und erzählte viel über seine Prostata) auf a l l e n Kongressen x mal aufgetreten sind – dann kommen irgendwann mehr weibliche Inhalte auf die Agenda. Schon um das große Gähnen zu vermeiden.

Nachtrag: Von wegen „post gender“ – das ist auch anderen aufgefallen, z. B. den Österreicherinnen.

Nachtrag II: Mit ein bisschen Denkarbeit kann man Prof. Kruses Vortrag – er zeigt, wie unterschiedliche Werte auf der unbewussten Ebene eine Verständigung auf der sachlichen erschweren – auch auf die Gender-Diskussion übertragen: Vielleicht suchen Männer und Frauen im Netz jeweils etwas anderes?

Danke für die Linkliste mit den Kongressberichten an Frau Elise

Dumm gelaufen

In What's cool on 1. April 2010 at 13:55

Manche sind einfach zu langsam – und jammern dann, dass Social Networking sich nicht auszahlt… Über Frank T. Zumbachs Mysterious World

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