WEIBLICH WERBEN im WEB

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Sympathischer Ratgeber

In PR, Social Networking on 30. Juni 2010 at 19:22

Für manche ist es ja tatsächlich ein Sommer-Vergnügen, sich auf die Gedankengänge kluger Kollegen – weiblicher u n d männlicher – einzulassen… So nahm ich heute hitzefrei und las Bernhard Jodeleits erstes Buch, dessen Entstehung ich schon einige Zeit bei facebook interessiert verfolgte. Social Media Relations (dpunkt.verlag, € 29,90) ist das Werk eines PR-Profis, dessen Stil sich wohltuend abhebt von den Ergüssen vieler Möchtegerns der Branche, all den hyperventilierenden Berater-Bubis oder mit den Jahren ranzig gewordenen Blogwarten. Der gelernte Journalist Jodeleit schaut über den Tellerrand des Hinter-Reichweiten-her-Hechelns hinaus, ihm geht es um das einzige auf Dauer tragfähige Kommunikations-Modell: Glaubwürdigkeit. Seine praktischen Tipps sind auf dem aktuellen Stand, sein Ton unaufgeregt, und seine Einschätzung der Zukunft angemessen enthusiastisch, wenn auch ein klein wenig optimistisch. Etwa, was sowohl Datenschatz (der Unternehmen) als auch Datenschutz (der Verbraucher) angeht, oder die (Selbst-)Ausbeutung von uns Schreiberlingen. Insgesamt ist dieser Leitfaden für den Umgang mit dem Social Web vor allem für BerufseinsteigerInnen empfehlenswert, weil es ihnen jede Menge Recherche-Mühe, Sackgassen und wirres Gelaber selbsternannter Web-Vorreiter erspart – nicht jedoch das eigene (Mit-)Denken. Aber wer Patentrezepte sucht, hat in der Öffentlichkeitsarbeit ohnehin nichts zu suchen.

Die erotische Hauptstadt

In DLD Women on 13. Juni 2010 at 18:34

Zwei Tage war München voller „gut ausgebildeter Powerfrauen“ (arghhh, die AZ taugt doch immer wieder für einen Schreikrampf), die sich für 750 € bei Burdas DLD Women über die neuesten Trends des digitalen Lebens informieren wollten. (Zu den Anregungen von Prof. Hakim, wie wir im Job Kapital schlagen können aus unseren besser ausgebildeten social skills und dem – gemessen an Männern – besseren Aussehen – „Erotic Capital“, was für eine hübsche Mehrdeutigkeit – hier mein Kommentar.) Um’s richtig international zu gestalten, wurde, auch von deutschen Damen munter auf Englisch radebrechend, The Female Decade ausgerufen. Die wird hierzulande noch ein wenig warten müssen, wie Dr. Joachim Jahnke vom Infoportal mit total unerotischen Zahlen und Statistiken belegt. Seine Conclusio: „Ich kann es nicht anders formulieren, es ist ein sozial gesehen besonders trauriges Bild, das Deutschland in der Behandlung seiner Frauen bietet und es hat gravierende nachteilige Folgen für das ganze Land, einschließlich seiner Männer.“ So eine Spaßbremse, dieser Herausgeber des Infoportals.

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