WEIBLICH WERBEN im WEB

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Wieder nur Männer

In Männerwelt, Sag mir wo die Frauen sind on 28. September 2010 at 15:01

Amir Kassaei ist sicher eine Werber-Persönlichkeit – umstritten, beneidet, eben prominent (in seinen Kreisen). Dass er für sein Projekt Hubble Innovations ausschließlich Männer reden lässt (über Inhalte, die sich für mich eindeutig weiblich inspiriert anhören, also Nachhaltigkeit, zurück zu den „wahren“ Bedürfnissen, tralala) zeigt leider, dass er auch wieder nur einer von den ganz normalen Werbe-Männern ist, iranische Herkunft hin, österreichische Sozialisation her:

Hey Jungs, wenn ihr schon die Zielgruppe als „Freunde“ sehen wollt, sucht Euch schleunigst ein paar „Freundinnen“, die Euch verklickern, was die andere Hälfte der Zielgruppe von Lifestyles, Produkten und Werbung erwartet.

Sex Sells? II

In Männerwelt on 11. September 2010 at 10:40

Mit dieser App hat hätte (siehe Kommentar) sich DUREX aufs Niedlichste selbst ein Bein gestellt: Sex in Zusammenhang mit Fortpflanzung zu bringen, oGottoGott. Wie kann man junge Männer noch mehr erschrecken? Ist schlecht für das Marken-Image (auch Safe Sex hat letztlich was mit Lust zu tun, richtig?) und wirft ein düsteres Licht auf die Möchtegern-Hedonisten (Babies sind doch wirklich die ultimative Bedrohung unseres Lifestyles), die diesen Uralt-Tamagotchi-Sozialarbeitertool-Spinoff entwickelt haben:

(zuerst gesehen bei talinee)

Tja, Kondome schützen. Aber nicht vor Schwachsinn…

Die Welt wird Tauschbörse

In Neue Wege, What's cool on 5. September 2010 at 11:30

Rachel Botsman ist eine Frau mit einer Mission: Collaborative Consumption, frei übersetzt etwa „Gemeinsam Kreativ Konsumieren“, heißt ihr Projekt, zu dem auch bald das Buch „What’s mine is yours“ herauskommen wird:

(über lead/marke)

Botsman ist zuversichtlich, dass die Kreditwürdigkeit der Zukunft nicht mehr in Geld, sondern in persönlicher Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit gemessen werden wird. Plattformen nach Ebay-Muster und aufstrebende Sparten wie Auto-, Fahrrad- und Wohnungs-Sharing geben ihr womöglich recht. Ob das in Deutschland in absehbarer Zukunft funktionieren wird, wage ich zu bezweifeln – wir sind zu incommunicado, zu besessen vom Besitzen (weshalb ich für die deutsche Übersetzung dringend einen anderen Titel vorschlage). Nehmen wir eine Freundin zum Beispiel. Sie wohnt eine Hausnummer weiter, und ihr Auto steht den halben Tag am gleichen Fleck. Als meine Karre den Geist aufgab und ich ihr Car-Sharing vorschlug, lehnte sie ab: Sie müsse das G e f ü h l haben, sie könne jederzeit das Auto benutzen, ohne sich mit irgend jemand absprechen zu müssen. Weil in unserer Gegend (noch) kein Carpool in Gehweite existiert, fragte ich also bei den Nachbarn nach – ach, Abnutzung, Unfallrisiko, tralala, alles sooo kompliziert (was es mit den richtigen Verträgen nicht wäre, das nur nebenbei). Hab ich mir also wieder ein eigenes Auto gekauft. Das steht auch 23 Stunden täglich am gleichen Fleck. Sehr vernünftig, oder?

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