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Posts Tagged ‘FrauenFragen’

Stolz und Vorurteil

In Journalismus, Kreativität on 11. Januar 2011 at 12:50

Da soll ich also etwas über Eat Pray Love schreiben. Mega-Bestseller. Ruft bei mir reflexartig den inneren Bewertungsteufel auf: Mädchenkram. Wohl nicht Pulitzer-verdächtig. Obwohl, bei den Amis weiß man nie. Und ja, alle meine Freundinnen haben das Buch gelesen, waren in dem Film, yadda, yadda. Dann beginne ich mit der Recherche und stoße auf diesen TED-Talk der Autorin:

Ha, Vorurteile (mehr dazu gibt’s demnächst bei Ich will hier weg, aber wohin?). Elisabeth Gilbert, eine nervöse Blonde ganz in Schwarz, hat eine so kluge und angenehme Art, über Kreativität zu sprechen – über Daimon und Genius, über Erfolg und Tom Waits, dass ich auch für meine eigene Arbeit einiges mittnehmen kann. Unter anderem dies: Wie die bildgebenden Verfahren die Hirnforschung verändern (ein großer Vergleich, ich weiß – lass mich ausreden), so verändern Internet und Social Media die Arbeit von uns Publizisten, Autoren, Textern. Vorgefasste Meinungen sind nicht mehr so leicht zu halten, wenn sie durch „persönliches Anschauung“, und wenn sie nur am Bildschirm passiert, gleich entwaffnet werden… Versuch mal, über diese Bestseller-Autorin abzulästern, nachdem du ihre Wärme, ihren Witz und ihre Weisheit in Aktion gesehen hast. Duh.

Nachtrag: Das Video funktioniert nicht, also versuchen wir’s mit dem Link.

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Warum Frauen so selten auf der Führungsebene zu finden sind

In Männerwelt, Neo-Feminismus, Sag mir wo die Frauen sind on 3. Januar 2011 at 10:39

Ach ja. Die hier erzählt auch nicht Neues, sieht aber goldig dabei aus:

Facebook COO (Chief Operating Officer – allein diese blöden Bezeichnungen, als wären auch die Hennen beim Militär. Und keine macht mal’s Maul auf und sagt: Lasst uns doch mal andere Namen für die Jobs finden, also echt!) Sheryl Sandberg. Und wenn „Führungsebene“ bedeutet, dass ich dem Zuckerberg-Bubi zuarbeite, dann danke, aber nein danke.

Feminismus-Check

In Bisschen Spass muss sein, Männerwelt on 12. November 2010 at 10:03

Weil’s mir vor ungläubigem Staunen die Sprache verschlagen hat, verweise ich, was den „Fall Financial Times Deutschland“ angeht, hier einfach auf Ralf Schwartz . Ich fände ohnehin keine besseren Worte, ohne sofort alle Beteiligten an diesem Beratungs-Dramolett mit meinen Tiervergleichen zu beleidigen (einer Freundin versuchte ich es so zu erklären: Da geht ein Bäh-Lämmchen zur Metzgerzeitung, um

copyright: Fruggo

© Fruggo

sich beraten zu lassen, wie man mit der Übergriffigkeit von älteren männlichen Fleischfachverkäufern umgeht… bissl schiefes Bild, zugegeben). Hilfreich mag in diesem Zusammenhang ein Interview mit Gloria Steinem sein, in dem sie darüber sinniert, warum immer noch so viele Frauen sich mit den „Mächtigen“ identifizieren (in unserem Fall einem 50jährigen Medienheini, oh bitte): Weil sie hoffen, durch unterwürfiges Verhalten ein Fitzelchen dieser „Macht“ (in unserem Fall vielleicht mal einen richtigen Job statt nur diese doofen Praktika) abzukriegen. Eigenartig, wie diese Sache mit dem Feminismus immer mal wieder ulkige Blüten treibt – Frau Ministerin Schröder hat sich darüber gerade mit Frau Schwarzer in die Wolle gekriegt. Und da dachten wir, das Thema wäre mausetot.

Gläserne Decke? Eher ein Labyrinth.

In Feminismus, Frauen-Berufe ... Männer-Berufe, Neue Wege on 27. Oktober 2010 at 10:31

Am Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern habe sich in den letzten Jahren nichts geändert, erklärt das Statistische Bundesamt. Das läge zum einen daran, dass Frauen in Branchen arbeiteten, in denen weniger gezahlt wird, und das sie nicht so hohe Positionen erreichten. „Zu einem Drittel ging das Verdienstgefälle allerdings auch darauf zurück, dass Frauen bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit je Stunde durchschnittlich acht Prozent weniger verdienten als ihre männlichen Kollegen.“ (AZ, 26.10. 2010) Nicht genug Frauen in leitenden Positionen? Klar, sagt die amerikanische Sozialpsychologin Alice Eagly, doch die Benachteiligung beginnt eben schon ganz unten in der Hierarchie. Hier ihr Vortrag (über Big Think, auch die anderen Artikel von John Cookson sind lesenswert). Übrigens: Nur in den Niederlanden, Großbritannien, der Slowakei, Österreich und Estland verirren sich europäische Frauen noch heilloser im Niedriglohn-Labyrinth als in Deutschland.

Sex sells?

In Frauen, Werbung on 16. August 2010 at 12:39

Auf der Startseite der GAZETTE finden wir in dieser Woche (als Illu-Teaser für den Themenschwerpunkt der nächsten Ausgabe) eine Anzeige der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), auf der eine verhüllte Gestalt neben einen blauen Müllsack platziert wird:

Unterdrückte Frauen werden leicht übersehen“ lautet der Text. Sind also all die Damen, die aktuell für Cover-Shootings der darbenden Print-Branche die Hüllen fallen lassen (letzte Woche wies mediaclinique auf den entsprechenden Artikel bei Fox News hin), nicht unterdrückt – weil sie kaum zu übersehen sind, am Kiosk zumindest? Ich frage ja nur.

Excellence und High Heels

In Bisschen Spass muss sein, Feminismus, Frauen on 10. August 2010 at 16:42

Obama hat einmal – ich glaube, in seiner „Krönungsrede“ – gesagt, seine Frau Michelle könne alles, was er kann, nur bei Bedarf eben auch rückwärts und auf Stöckelschuhen. Daran dachte ich, als John Mark uns auf fb dieses Video empfahl:

Ja, und Blondinenwitze sind auch irgendwie aus der Mode gekommen.

Über die Dummheit der Algorithmen

In Feminismus on 7. August 2010 at 13:08

Auf den letzten Beitrag, den mit dem Titel „Die Kundschaft „erziehen“, geht das?“  klickte jemand von einer Free-Porn-Site. Hä?, dachte ich, bis mir einfiel: Ja, klar, eine Domina „erzieht“ den Kunden auch… Andererseits hatte ich mein erstes Blog TÄGLICH SEX MINUTEN DEUTSCHLAND genannt – in der Hoffnung, dass mir der Algorithmus ein paar Irrläufer verschaffen würde, die dann als Leser hängenbleiben. Weit gefehlt, denn im Web sollte man immer mit dem zwischen Sexbesessenheit und Prüderie changierenden amerikanischen Puritanismus rechnen, dem auch junge, coole, mutmaßlich männliche Algorithmen-Schreiber unterliegen – die haben den Titel schon wegen der Headline weggefiltert und mir so wahrscheinlich eher w e n i g e r als mehr Leser verschafft. Allerdings in der Suchfunktion auch so lustige Fragen wie „Wollen deutsche Frauen Sex vor dem Frühstück?“. Hä? Wer will sowas wissen? Ich finde es immerhin spannend, die Auswirkungen meiner Anfängerfehler am – im übertragenen Sinn – eigenen Leib zu erleben, und ein Beispiel aus dem persönlichen Erfahrungsbereich sagt im Workshop allemal mehr als viele langatmige Erklärungen, wie man seinen Webauftritt optimiert. Eins ist sicher: Man muss immer mit der Dummheit der Algorithmen(-schreiber) rechnen. Und: Nichts geht über denkerische Eigenleistung.

Nachtrag: Wzbw. So niedlich – wordpress versteht diesen Eintrag als Kommentar, was einerseits irgendwie schon richtig ist, andererseits eben nicht, weil der Eintrag a) von der Erstellerin des Eintrags stammt, auf den Bezug genommen wird, und b) über einen reinen Kommentar hinausgeht. Und: Soll ich den „Kommentar“ jetzt „zulassen“, „moderieren“ oder was? Das alles kann der Algorithmus nicht ahnen…

Reden wir über Tampons. (Ach nee, bloß nicht…)

In Feminismus, Frauen, Kreativität, Neue Wege, Social Networking on 2. August 2010 at 10:36

Dass der Community-Gedanke die Print-Anzeige schlagen kann, was den Abverkauf angeht, haben wir begriffen. Gerade bei dreizehnjährigen Mädchen hat zum Beispiel Procter & Gamble leichtes Spiel. Diese Zielgruppe ist mit Content wie Celebs, Tieren und allem, was die weiland BRAVO schon immer zu bieten hatte, gut bedient. Und wenn man jetzt, nur mal als Idee, auf so einer Plattform dreizehnjährigen Mädchen erzählen würde, wo ihre Turnschuhe herkommen, die Gleichaltrige in fernen und nicht so fernen Ländern für 1 Dollar 36 am Tag zusammenkleben? Oder die stonewashed Jeans, die in unter gesundheitgefährdenen Bedingungen auf used getrimmt werden? Oder wenn man hier einen Wettbewerb für die besten BP-Adbustings ausschriebe? Wie gesagt, nur so eine Idee.

Von AdAge. PS. Wenn es den Dislike-Button schon geben würde, bekäme dieser Beitrag wohl ordentlich Votes.

PPS. Von wordpress gibt’s einen. Mal sehen, ob ich den installieren kann.


Dabei sein ist alles, oder?

In Social Networking on 27. April 2010 at 17:33

Am Beispiel seines Spezialgebiets – Kulturmanagement – stellt Christian Henner-Fehr fest, dass es egal ist, ob eine Institution, eine Firma, eine Gruppe in den Social Networks vertreten sein w i l l: Sie ist es meistens schon, wenn man genau hinschaut. Das könnte man auf die Frauenfrage übertragen: Natürlich sind Frauen im Netz präsent, wenn auch vielleicht nicht immer auf die Weise, wie sie es gern hätten. Deutlich wurde das auf der re:publica, als die begleitenden Nachrichten- und Kommentar-Streams getrollt wurden – und zwar nicht irgendwann im Verlauf der Konferenz, sondern just, als ein Panel über Frauen-Präsenz im Netz lief. Den Mitschnitt der Diskussion „Das andere Geschlecht“ finden Sie auf dieser Seite im Eintrag vom 15. April – hören Sie mal rein, dann können Sie auch gleich selbst beurteilen, ob dieses Gespräch wirklich so viel niveauloser war als, sagen wir mal, Herrn Jarvis‘ Penis-Diskurs in „The German Paradox“.

Das fand zumindest ein gewisser Johannes Boie in der SZ vom 17./18. April: „(…) und gleich mehrere Podien beschäftigten sich mit feministischer Theorie im digitalen Raum – da sackte das Niveau stark ab“. Heul doch, murmelte ich und warf die Zeitung weg.

Die üblichen Verdächtigen

In What's cool on 15. April 2010 at 13:05

Schon eigenartig. Wenn ich in der GAZETTE diese Sache (also, dass es Männer und Frauen gibt, und dass die möglicheweise ein klein wenig unterschiedlich ticken) auch nur am Rande erwähne, bekomme ich schrille Leserbriefe. Wenn die Notizen auf meiner Seite TÄGLICH SEX MINUTEN DEUTSCHLAND verlinkt werden, dann gern mit dem Hinweis, das sei aber bitteschön eine weibliche Sicht auf unsere Heimat. Oder gleich ein „typisches Feministenblog“. Hallo? Dass – ohne jetzt irgend jemand nahe treten zu wollen – alte weiße Männer in unserer Welt das Sagen haben, ist ja weder neu noch besonders aufregend. Spannend finde ich höchstens, dass DLD (siehe Eintrag vom 24. März 2010) oder, ganz aktuell, re:publica („Kirchentag der Internetgemeinde“ nennt der Stern die Veranstaltung) das Frauen-Thema immerhin aufgreifen, wenn auch auf höchst unterschiedliche Weise. Heute sprechen zum Beispiel in Berlin u.a. Anna Berg und Anne Roth. Hier ist das Video:

Ansonsten müssen wir wahrscheinlich einfach abwarten, bis a l l e üblichen Verdächtigen (Jeff Jarvis war schon da und erzählte viel über seine Prostata) auf a l l e n Kongressen x mal aufgetreten sind – dann kommen irgendwann mehr weibliche Inhalte auf die Agenda. Schon um das große Gähnen zu vermeiden.

Nachtrag: Von wegen „post gender“ – das ist auch anderen aufgefallen, z. B. den Österreicherinnen.

Nachtrag II: Mit ein bisschen Denkarbeit kann man Prof. Kruses Vortrag – er zeigt, wie unterschiedliche Werte auf der unbewussten Ebene eine Verständigung auf der sachlichen erschweren – auch auf die Gender-Diskussion übertragen: Vielleicht suchen Männer und Frauen im Netz jeweils etwas anderes?

Danke für die Linkliste mit den Kongressberichten an Frau Elise

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